Scuol – Lischanahütte – Sesvennahütte – Sur En

Scuol – Lischanahütte – Sesvennahütte – Sur En

Mit guter Wetterprognose und gut gelaunt starteten am Sonntagmorgen, unter der Leitung von Heinrich Zimmermann,  10 Personen zur vielversprechenden 3-tägigen Wanderung ins Unterengadin und Südtirol.

Mit Bahn und Postauto gings nach San Jon ( Reitstall und Saloon, Scuol). Nach einer kleinen Zwischenverpflegung starteten wir unsere Wanderung auf die Lischanahütte. Zwei Wanderinnen konnten die ersten Meter hoch zu Ross in Angriff nehmen. Die ersten Höhenmeter waren steil und es wurde warm, wir waren dankbar für den Waldschatten. Der Weg führte mit vielen Kehren über Bergwiesen stetig hinauf. Je höher wir kamen umso mehr öffnete sich das Gelände und es zeigte sich immer mehr Aussicht. Nach rund 1300 Höhenmeter erreichten wir die Hütte (2500), von der wir einen schönen Blick auf Scuol hatten. Auf der Hütte wurden wir von hausgemachten Köstlichkeiten verwöhnt.

Auch den 2. Tag starteten wir bei schönstem Wetter mit Sicht auf das Nebelmeer über Scuol.

Zuerst wanderten wir zum Vorgipfel (3043) des Piz Lischana hinauf. Der Piz Lischana ist wegen Abbruchgefahr nicht mehr zu begehen. Um 1850 reichte dir Eismasse noch bis zur Lischanahütte und war ein geschlossener Gletscher, der rund 300 Meter hoch war. Das riesige Schotterfeld, das der Gletscher hinterlassen hat, musste überquert werden und hinterliess ein eindrückliches und nachdenklich stimmendes Bild. Es kam uns vor als würden wir auf einer Mondlandschaft wandern. Es wurde uns allen wieder einmal bewusst, dass die SAC Hütten ohne Gletscher auf regelmässigen Niederschlag (Schnee und Regen) angewiesen sind.

Der Aufstieg auf den Vorgipfel wurde mit einer unglaublichen Rundsicht auf die Bergwelt belohnt. Über die Fuorcla da Rims entlang des Lais da Rims Bergseen Plateaus und über die Alp Sursass  (2140) wanderten wir zur Sesvennahütte.  Viele der Seen waren leider ausgetrocknet und bestanden nur noch aus Schlamm.  Beim Mittagshalt an einem See, lud das kalte Wasser zum Kneippen ein. Auf der Alp Sursass überquerten wir eine grosse Weidefläche. Die Wanderung bis zur Sesvennahütte war geologisch und landschaftlich sehr abwechslungsreich. Nebst  Edelweissen konnten wir auch viele Murmeltiere, Gämse und einen tief fliegenden Bartgeier erblicken.

Nach einem längeren Abstieg erreichten wir die Sesvennahütte. Dort gabs, noch vor dem feinen Abendessen, ein Zvieri (Kaiserschmaren oder Apfelstrudel) und ein kühlendes Bier.

Am 3. Tag folgte die spektakuläre Wanderung durch die Uinaschlucht und durchs Val d’Uina nach Sur En. Ein etwa ein Kilometer langer Felsweg hoch über dem Wildbach führte durch die fast senkrechte Felswand und bot einen einmaligen Blick in die Tiefe. Der Weg war teilweise in den steilen Felsen gesprengt. Der Schluchtweg war mit Seilen sehr gut gesichert. Auch der weitere Abstieg nach Sur En hatte schluchtartigen Charakter.

In Sur En bestiegen wir das Postauto nach Scuol und dann gings mit der Bahn nach Hause.

Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich bei Heinrich für diese abwechslungsreiche, grossartige, anspruchsvolle und gut organisierte Tour ganz herzlich bedanken.

Ursula Altermatt