Tourenbericht Piz Kesch

Tourenbericht Piz Kesch

Tourenleiter: Jörg
Bergführer: Walter Fetscher
Seilführer: Patrick, Stefan
Teilnehmer: Ingo, Melanie, Sereina, Stephan, Selin

12.08.22, Tag 1:

Am Freitagvormittag reisten wir aus unterschiedlichen Regionen der Schweiz nach La Punt Chamues-ch im schönen Engadin. Von dort aus ging es weiter mit einen Bus-Taxi zum La Punt, Parkplatz Es-cha (2.252m). Schon im Zug und dann vor dem Abmarsch wurden die Äpfel, die wir für die Hütte besorgen mussten auf die Rucksäcke verteilt. Daraus resultierte eine Diskussion, was die Küche daraus zaubern wird. Danach folgte der ca. 1,5 stündige Aufstieg zur Hütte Chamanna d’Es-cha (2.593m). Schon bei einer kurzen Pause wurde das Bergpanorama bestaunt und ausführliches Brainstorming betrieben, wie die einzelnen Berge heißen. Peak Finder sein Dank konnten wir dann auch klären welche Gipfel wir vor uns haben.

Chamanna d‘ Es-cha: Patrick, Jörg, Sereina, Selin, Melanie

In der Hütte angekommen wurden die Äpfel VOLLZÄHLIG (keiner hatte vor Hunger, während dem Aufstieg einen angeknabbert) abgeliefert. Danach haben wir es uns Draußen gemütlich gemacht, bei Kuchen und einem kalten Getränk. Als wir es uns bei, wunderbarem Wetter mit Sonnenschein und in guter Gesellschaft, gemütlich gemacht hatten wurden Anekdoten, Geschichten über vergangene Bergtouren ausgetauscht. Weiter sammelten wir Ideen, welche Gipfel nächstes Jahr auf der TO DO-Liste stehen könnten. Da die Zeit wie im Fluge verstrich, gab es auch schon bald Abendessen. Auch beim Essen gingen die Gesprächsthemen und spannende Geschichten nicht aus. Danach gab es ein Outdoor Touren-Information-Meeting. Nach der Besprechung war schon bald Schlafenszeit, da wir ja für am Morgen aufstehen mussten.

Selin Bächler

13.08.22, Tag 2:

Nach einer erholsamen Nacht in der Chamanna d’Es-Cha trafen wir uns in aller Früh zum Frühstück. Um 5.00 Uhr verliessen wir die Hütte. In Dunkelheit und Kälte stiegen wir hinter der Hütte auf Richtung Porta d’Es-Cha, einem mit Ketten gesicherter Übergang, welcher auf der anderen Seite hinunter zum Porchbella-Gletscher führt. Als wir auf der Porta d’Es-Cha standen, ging gerade die Sonne auf und wir konnten unser Tagesziel, den Piz Kesch, in der warmen goldenen Morgensonne bestaunen. Der Abstieg von der Porta d’Es-Cha zum Gletscher hinunter bereitete uns keine grossen Probleme, da dieser ebenfalls mit Seilen entschärft wurde.
Um halb 7 waren wir auf dem Gletscher, seilten uns an und holten unsere Steigeisen und Pickel aus dem Rucksack. Wir schreiteten über den ausgeaperten Gletscher, die Spalten konnte man alle sehr gut sehen – immer wieder eindrücklich! Wir peilten den Nordostsporn an, an dessem Fusse wir eine kleine Pause machten und unser Materialdepot errichteten. In drei 3-er-Seilschaften nahmen wir den Gipfel in Angriff. Zuerst stiegen wir über viel Geröll und Schutt bis wir den Grat erreichten. Walter führte uns geschickt über den sehr schönen Grat, wo die Kletterei sehr lohnend war – endlich weg vom Geröll. Die Kletterstellen waren etwa im 2. Schwierigkeitsgrad und bereiteten niemanden von uns Probleme, sodass wir dann um 8.20 Uhr auf dem Piz Kesch standen.
Entgegen unseren Erwartungen hatten wir auf dem Gipfel sogar Telefonempfang. Jörg ergriff die Initiative und bestellte noch vom Gipfel aus das Alpentaxi, welches uns am Nachmittag vom Val Tuors nach Bergün bringen sollte. Nach einem kurzen Gipfelfrühstück bereiteten wir uns auf den Abstieg vor. Wir kehrten aber nicht zur Chamanna d’Es-Cha zurück, sondern stiegen via Kesch-Hütte nach Chants im Val Tuors ab. Vom Val Tuors brachte uns dann das Alpentaxi nach Bergün. Leider reichte die Zeit nicht mehr, um in der Keschhütte etwas zu trinken oder zu essen, denn der Abstieg zog sich etwas in die Länge. Wir erreichten Chants 15 Minuten vor der Abfahrt unseres Alpentaxis, sodass wir  uns dort etwas kaltes zum Trinken gönnen konnten und auf die gelungen Tour anstossen konnten. In Bergün nahmen wir den letzten Abschnitt des Tages in Angriff und reisten mit dem ÖV nach Hause.

Vielen Dank an Jörg für die tolle Tourenorganisation, ein grosses Dankeschön an die beiden Seilschaftsführer Patrick und Stefan und ein grosses Dankeschön an Walter, der uns souverän auf den Gipfel geführt hat.

Melanie Brantschen