Geschichte der Weissmieshütten

Die (heute noch bestehende) „alte Hütte“ wurde 1894 als Berghotel Weissmies gebaut. – für die damaligen Verhältnisse (keine Seilbahn, keine Helikopter!) ein kühnes Projekt. Das Haus wurde 1923 zum Kauf ausgeschrieben und die mit der Suche nach einer SAC-Hütte beauftragten Hüttenkommission des SAC Olten meldete ihr Interesse an und unterbreitete das Kauf- und Umbauprojekt  der Herbstversammlung 1924. Das Projekt wurde von der Versammlung angenommen, das Hotel gekauft und im Sommer 1925 innert zwei Monaten in Fronarbeit umgebaut. Die Einweihungsfeier fand am 02.08.1925 statt. Nachdem die Platzverhältnisse im Laufe der Jahre immer prekärer wurden, beschloss die ausserordentliche Generalversammlung vom 22.08.1958 zum Anlass des 50-Jahre-Jubiläums der Sektion den Bau einer grösseren Hütte am gleichen Standort. Nach einer dreijährigen Planungs- und Bauphase konnte die neue Hütte am 16.07.1961 feierlich eingeweiht werden. Mit dem Bau der Sportbahn von Saas Grund zum Kreuzboden im Jahre 1979 verkürzte sich der Hüttenweg von 4 Stunden auf 1 Stunde und als direkte Folge stiegen die Uebernachtungszahlen rasch an. Nachdem die Hütten auch den steigenden hygienischen Ansprüchen der modernen Bergsteiger nicht mehr genügte, wurde 1990 ein zusätzlicher Essraum angebaut und Toiletten, Waschraum und Dusche im Untergeschoss eingerichtet. Mit der Verlängerung der Seilbahn bis zum Hohsaas im Jahre 1983 wurde die Weissmieshütte auch als Winterstandort attraktiv, sodass sich die Sektion Olten im Jahr 2004 entschloss, die Strom- und Wasserversorgung wintertauglich zu machen. Seither ist die Weissmieshütte auch im Winter offen und zu einem beliebten Treffpunkt der Skifahrer im Hohsaas-Skigebiet geworden. Das vorerst letzte grosse bauliche Eingriff war die Verbesserung der Abwasserentsorgung im Jahre 2006.

Entgegen den ursprünglichen Plänen blieb die alte Hütte bestehen und kann dank einer sanften Renovation bei Grossandrang als zusätzliche Unterkunft benutzt werden. Vor allem aber ist sie eine der wenigen noch erhaltenen SAC-Hütten aus den Gründerjahren und und vermittelt eine Vorstellung vom sehr einfachen Ausbaustandard der ersten SAC Hütten. Gleichzeitig gilt sie als Baudenkmal des frühen Tourismus im Saaser Tal.

Die Geschichte der Weissmieshütten ist eng verknüpft mit der Familie Anthamatten von Saas Grund: Von 1925-1956 wirkte Bergführer Alois Anthamatten als Hüttenwart. Nach seinem frühen Tod führten seine Schwester Emma zusammen mit der Ehefrau von Alois die Hütte weiter. 1972 übernahm Armin Anthamatten, ein Sohn von Alois, das Amt und wirkte bis 2009 mit seiner Frau Irma als Hüttenwart. Seither sorgt Armins jüngerer Bruder Arthur zusammen mit seinem Team im Sommer und im Winter für das Wohl der Hüttengäste. Es gibt wohl nicht viele SAC Hütten, die seit bald 100 Jahren von der gleichen Familie bewartet werden!